Das schwedische Glasreich

kostaboda

(Foto der Kosta Boda Website entnommen, dankeschön für die Nutzung!)

Kosta ist ja DIE Glasstadt, wenn man so will, jedenfalls ist das Glasriket (Glasreich) Kosta hier jedem ein Begriff. Ich wohne in meinem Schwedenhaus direkt in Kosta und im Hintergrund sehe ich den Turm der Glasbläserei. Es gibt dort auch ein Glasoutlet, in dem man A- und B-Ware kaufen und man schauen kann, welche Glasdesigner was entwerfen. Bei Interesse kann man auch den Glasbläsern zuschauen und hier eine Ausstellung der ansässigen Künstler besuchen. Am schönsten finde ich dort immer noch die Glaskunst von Göran Wärff.

Man findet hier viel Mainstream, der für den alltäglichen Gebrauch ist, Gläser, Schalen, Vasen und mehr. Wenn man Unikate will, dann muss man schon die Glaskünstler im Umland aufsuchen und sich hier mal einen Eindruck und Überblick verschaffen. Als es mal 2 verregnete Tage gab machte ich mich auf den Weg auf eine Glasriket-Tour.

(Fotos von Manuela Mordhorst, die Kunst gebührt jedoch den Künstlern Carlos Pebaqué, Morgan Persson und Ludvig Löfgren)

Ich startete von Maleras aus. Der Designer Mats Jonasson ist wohl der Bekannteste hier und es gibt etliche Künstler, die dort auch ihre Produkte entwerfen und herstellen, die nicht immer direkt dort ansässig sind, sondern ihre eigenen Shops im Umland haben, jedoch hier produzieren, weil sie manchmal keine eigene Hütte mehr besitzen (auch u.a. weil sie zu teuer im Unterhalt sind). Angetan hat es mir hier insbesondere die Glaskunst von Morgan Persson, der marmoriertes Glas zeigte. Ganz besondere Effekte sind das, von allen Seiten kann man sie betrachten, mal hat es einen Lupeneffekt und man sieht die Strukturen sanft im Innern und von der Außenseite strahlen die Farben dann regelrecht entgegen.

Morgan Persson

(Das Foto ist der Maleras Website entommen, danke dafür!)

In Maleras stiessen wir  auf Kunst von des aus Uruguay stammenden Künstlers Carlos R.Pebaqué, der in Gullaskruv einen Shop hat und früher, wie er mir berichtete selbst dort herstellte. Aber 2006 brannte seine Glashütte ab und seitdem produziert er ebenfalls in Maleras. Seine Wurzeln kann er nicht verleugnen, sie finden sich auch in den farbenfrohen Designs seiner Kunst wieder. Angetan hat es mir der HAPPY MAN, ein mit beiden Armen nach oben gestreckte stilisierte Glasfigur, im Innern findet sich Goldstruktur, die ich ja ganz besonders schön fand. Er meinte, dass es den kleinen Designern wirtschaftlich besser ginge teilweise als beispielsweise der Kosta Glashütte, obwohl diese riesig sei. Das ist möglicherweise auch zu glauben, wenn man bedenkt, dass die einzelnen Designer eben auch Unikate erschaffen, die in die ganze Welt verkauft werden. Carlos hat stolz in seinem Laden einige Aufnahmen von Berühmtheiten dort hängen, die seine Kunst gekauft haben u.a. Elton John.

Von da aus geht es weiter zur Erikshyttan nach Eriksmala. Erst dachte ich, der Shop sei geschlossen, obwohl er ÖPPET besagte. Aber die Inhaberin Maya Cunningham war in ihrer Hütte tätig und beschäftigt, aber sie schloss den Laden natürlich sofort auf. Sie war schon älter, vielleicht in den 70ern und trug etwas verrückte Hippikleidung und war unglaublich extrovertiert, was aber schon wieder so seinen Charme hatte. Sie strahlte einfach etwas sehr Künstlerisches aus und die totale Überzeugung zu den Glasarbeiten, die dort ausgestellt waren, und nicht nur ihre Werke zeigten. Dort hat es mir ein bestimmtes Design angetan, das nicht von ihr stammte, sondern von einem Künstlerkollegen, der Glaskugeln entwarf, die wie aufgerissen wirkten, aber in sich glatt und harmonisch waren, ganz speziell eben und sehr sehr massiv. Die Schwere von Glas überrascht mich immer wieder.

Ich wollte eigentlich noch zur Transjö Hytta in Transjö, kenne diese aber aus dem letzten Jahren und habe mir diese dann aufgrund des Wetters auch gespart. Dort lohnt ein Besuch nur, wenn man auch den Garten durchlaufen kann. Dort verläuft ein Bach und in diesem steht auch die Glaskunst und hängt in den Bäumen, das wirkt sehr idyllisch und besonders. Auch in Malmen in The Glass Factory Boda habe ich dieses Mal keinen Stopp eingelegt, weil ich da noch einmal unbedingt separat hin möchte. Letztes Jahr habe ich dort an einem Kunstworkshop teilgenommen, wo eine Künstlerin eine andere Form von Glasverarbeitung zeigte und die mich seitdem nicht mehr losgelassen hat.  Sie bearbeitet das Glas nicht konservativ sondern hat ihre eigene Form gefunden, die das Glas zu Bildern verarbeitet, die auch auf Leinwänden zu sehen sind. Aber wenn ich dort war, werde ich berichten 😉

(diese 3 Fotos sind der Transjö Hytta Website entnommen. Danke für die Nutzung!)

Ich kann jedem nur empfehlen, der hier in Smaland ist, sich die verschidenen Glashütten anzuschauen und sich selbst ein Urteil zu bilden, es lohnt in jedem Falle. Und für Künstler, die auf der Suche nach Inspiration sind lohnt es ohnehin IMMER 😉

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