Tipp: Fotoromantiker Robert Sellier

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Der 1957 in Montevideo geborene Robert Sellier erstellt wunderschöne, sphärisch anmutende und teilweise diffus, nebelige Landschaftsfotografien, die wie verzaubert wirken und den Betrachter mit einer stillen Sehnsucht zurücklassen. Die Natur selbst als grösstes u.a. mystisches Kunstwerk überhaupt wird von ihm festgehalten und mithilfe verschiedener Mittel der heutigen Fotobearbeitungstechnik hier und da optimiert.

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Die unterschiedlichen Jahreszeiten spiegeln immer ihren ganz besonderen Reiz wider und so sind Frühling, Sommer, Herbst und Winter fotografische Kreisläufe, die gerade durch das wechselnde Licht so besonders wirken und den Betrachter auch direkt nachempfinden lassen, wie man sich selbst in der Natur fühlt. Alles ist nachspür-, erkenn- und erlebbar.

Auf seiner Website erfährt man zwar relativ wenig über ihn als Person, dafür hinterlassen die Fotoeindrücke umso deutlicher einen, wei ich meine, positiven Eindruck. In seinem Blog hingegen erfährt man schon mehr über seine Sicht- und Erlebnisweisen zu den Themen Natur, Fotografie und Hintergrund zu seinen Arbeiten.

Ich habe mir erlaubt, Robert mal direkt zu interviewen und ihm einige Fragen bezüglich seiner Fotoleidenschaft zu stellen:

Wie und wann bist Du das erste Mal mit Fotografie in Berührung gekommen ?

Damals in den 60ern bekam ich mit 8 Jahren eine ganz einfache Kamera aus dem Kaufhaus geschenkt. Wir, die Familie, waren in den Ferien am Thuner See in der Schweiz. Ich machte viele Fotos in schwarz/weiß (damals waren Farbfilme eher ein Luxus). Obwohl diese Fotos später verloren gegangen sind, hinterließ dieses Erlebnis des Fotografierens einen sehr tiefen Eindruck bei mir.

Was hat Dich dazu bewogen Fotograf zu werden und was machte (und macht) die Tätigkeit für Dich so interessant?

Eigentlich sehe ich mich nicht als Fotograf, sondern mehr als Lichtbildner oder Fotokünstler.
Meine Fotografien wirken ja auch eher wie Bilder denn als Fotos. Sie entstehen zwar fototypisch aus einer ganz bestimmten augenblicklichen Situation heraus, beinhalten aber oft spezielle Botschaften, wie man sie eher in der Malerei antrifft.
Übrigens habe ich auch lange Zeit gemalt und meine Fotografien als Vorlage benutzt. Ich malte zuletzt sehr fotorealistisch, wo der Eindruck entstand, es handelt sich hier um Fotos. Irgendwann fand ich heraus, dass ich den selben Effekt auch mit Fotos allein erreichen kann.
Allein die entsprechende Motivwahl und das Abwarten bestimmter Stimmungen konnten die Fotos plötzlich wie gemalt ausschauen lassen. Das hat mich sehr fasziniert und es eröffnete mir einen ganz neuen „Raum“.
Noch dazu entdeckte ich hier eine sehr spontane Art und Methode des kreativ bildnerischen Schaffens. Bei einer gut komponierte Landschaftsaufnahme ist nämlich, ebenso wie in der Malerei, sehr viel Kreativität gefragt.
Speziell interessant ist übrigens bei der Fotografie der Faktor Zeit! Im Gegensatz zur Malerei, wo Zeit kaum eine Rolle spielt, verhält es sich bei der Fotografie so, dass die Zeit meistens sehr begrenzt zur Verfügung steht, da es sich hier um kurze Momente handelt, bei denen man auf die Sekunde genau präsent sein muss. Speziell bei meinen Fotos mit Bodennebel am Morgen ist das so. Dieser Nebel ist gerade dann so attraktiv, wenn er durch die ersten Sonnenstrahlen angeleuchtet wird und sich dann natürlich ziemlich schnell auflöst. Dieses Schauspiel dauert meistens nicht sehr lange, höchstens mal eine halbe Stunde. Dann heißt es sich „raubvogelartig“ auf die „Motivbeute“ stürzen und im richtigen Moment „zuschlagen“! Dann muss alles passen: Der Vordergrund, der Hintergrund, die Tiefe, das Licht usw. Das kann derart spannend sein…! Genau das liebe ich allerdings beim Fotografieren und genau das macht die Sache auch so interessant.

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Dein Schwerpunkt liegt heute im Bereich Natur, Landschaften und Pflanzen. Weshalb? Was reizt Dich immer wieder daran?

Die Natur hat mich schon immer fasziniert!
War auch immer ein „Naturbursche“ und habe mich seit frühester Kindheit für Tiere und Pflanzen interessiert. Irgendwie war ich mit der Natur schon immer eins.
Da gibt es auch sehr viele Orte und Gegenden, jetzt gerade hier in meinem Umfeld oder meiner Heimat, mit denen ich mich sehr verbunden fühle. Ich kenne deren Geschichten und versuche diese in meinen Bildern auszudrücken.
Und obwohl ich diese Gegenden so gut kenne, kenne ich sie auch irgendwo nicht, da sich die Landschaften jedes mal mit einem neuem Gesicht präsentieren. Ich kann hundertmal an ein und dem selben Ort gewesen sein, und doch ist er jedes mal anders. Mal ist die Stimmung anders, mal das Licht oder die Jahreszeit usw. oder ich selber sehe ihn gerade mal anders. Die Natur befindet sich ja auch in einem ständigen Veränderungs- und Umwandlungsprozess, einem Prozess in dem auch ich mich befinde.
Die Natur ist übrigens für mich nicht nur dann präsent, wenn ich meinetwegen draußen in der Landschaft spazieren gehe, vielmehr ist sie in mir und außerhalb von mir stets allgegenwärtig. Die Natur ist für mich ein Bewusstsein! Das Bewusstsein einer ganz großen Ganzheit.
Genau diese Ganzheit und dieser perfekte Plan, den man überall in der Natur vorfindet, ist eben das was mich immer wieder reizt.

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Wie würdest Du selbst Deinen fotografischen Stil beschreiben?

Nun gut, ich bezeichne ja meinen Stil als Fotoromantik. Ich mag ja auch ganz besonders die romantischen Maler wie z.B.Carl Blechen, Caspar David Friedrichs oder Hans Thoma.
Mir gefallen auch sehr viele Stilrichtungen: z.B. Renaissance, Barock, Romantik, Impressionismus, Surrealismus usw.
Zu einer Stilrichtung jedoch fühle ich mich besonders hingezogen, nämlich der Romantik. Hier fühle ich mich irgendwie zuhause und auch authentisch.
Meinen Fotos versuche ich stets dieses malerisch romantische Ambiente mitzugeben… Das beginnt, wie gesagt, schon allein durch meine Motivauswahl vor Ort, wo bestimmte Formen und Farben aufeinander treffen und dieser romantischen Thematik zu entsprechen…
Wirklich bewusst, wie gerade beschrieben, setze ich das natürlich nicht ein, sondern rein intuitiv.
Meinen Romantischen Stil kreiere ich bis zu 90% vor Ort und nicht erst später in der Bildbearbeitung.
Die Bildbearbeitung ist sowieso für mich nur eine Art Korrekturwerkzeug, wo gewisse Farben und Konturen unterstrichen oder abgeschwächt werden, um dann noch exakter dem Eindruck zu entsprechen, den ich vor Ort hatte.

Welche Uhrzeit ist deine bevorzugte, um zu fotografieren?

Ich war schon immer „Frühaufsteher“ , schon als Kind (zum Leidwesen meiner Eltern und Geschwister) ging der Tag bei mir um 5 Uhr los.
90% meiner Fotos entstehen in den frühen Morgenstunden, der Rest dann eher abends. Das Licht ist spannender, die Schatten länger usw. viele Landschaftsfotografen machen das allerdings ebenso und fotografieren entweder in den Morgen- oder Abendstunden.
Ich bevorzuge halt den Morgen, da ich lieber „in das Licht hinein“ als „aus dem Licht heraus“ fotografiere.

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Wenn Zeit, Geld und andere Faktoren keinerlei Rolle spielen würden: Wie würde Dein absolutes Traumprojekt aussehen?

Gute Frage! Hmmm?! Mal eine richtige schöne Wanderausstellung quer durch ganz Deutschland vielleicht…!!! ????

Gibt es einige Fotografenkollegen, speziell mit Fokus auf Deutschland, deren Arbeiten Du besonders schätzt?

Bei den deutschen Fotografen gefällt mir sehr z.B. David Köster oder auch Jonathan Besler, mit seinen tollen Motiven aus dem Allgäu (einer meiner Lieblingsgegenden).
Wen ich allerdings besonders verehre und liebe ist Gregory Colbert. Er ist für mich schon fast so eine Art Vorbild. Bei seinen Fotos und Videos „stockt mir der Atem“…
Hier sage ich nicht: „Och das ist aber ein schönes Bild“ oder „gut gemacht gefällt mir“.
Hier bin ich sofort in einer anderen Welt, mitgerissen, staunend und den „Mund nicht mehr zukriegend“ genieße ich einfach nur… So soll es auch sein!
Gregory Colbert ist genau das, was ich unter einem guten Künstler verstehe.

Was inspiriert Dich?

Die Stille der Natur ganz früh am morgen, wenn noch alles schläft.

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(Alle hier gezeigten Fotos wurden von Robert Sellier mit seiner Genehmigung zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür!)

Welche Kamera(s) benutzt Du?

Immer noch die EOS 600D (zwei Nullen weniger wäre mir lieber) dazu fast ausnahmslos das 10-22er oder das 18-55er Objektiv.

Gibt es aktuell oder im kommenden Jahr eine Ausstellung von dir zu sehen? Und wenn ja wo?

Momentan steht gerade nichts an. Momentan arbeite ich auch eher an meiner Präsenz im Netz.

Lieber Robert, danke dir für das Interview 🙂

Aktuell kann man seine Werke neben Drucken auch als Fotokalender im DIN A3 Format erwerben und so ein Stück der wunderschönen Natur mit in seine Stube bringen. Bestellen kann man seine Arbeiten hier.

 

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