Tipp: Cinzia Colantoni – Expressive figurative Malerei

Meine 1973 in Rom geborene und dort lebende Cousine Cinzia Colantoni ist auch autodidaktische Künstlerin, das scheint ein Stück weit in der Familie zu liegen, denn wir sind nicht die einzigen, die kreativ sind. Sie malt vorzugsweise mit Öl und Acryl vor allem realistische Themen, die mit gewagten Perspektiven und Detailgenauigkeit glänzen. Ihr lange Zeit favorisiertes Thema in ihren Werken waren Bücher. Mir wird manchmal schwindelig, wenn ich auf ihre Arbeiten blicke, weil mir der Kopf raucht, aufgrund der vielen Stunden, die sie in ein Bild fliessen lässt, um diese Genauigkeit in Spiegelungen, in Räumen usw. zu erfassen. Sie selbst nennt ihre Werke expressiv-figurativ.

Sie arbeitet meist nach fotografischer Vorlage, die sie selbst erstellt hat.

Ich habe sie Anfang Dezember mal zu ihrer Arbeit und ihrer Motivation befragen können, sie hat mir auf Italienisch geantwortet, ich habe dies hier für die LeserInnen übersetzt:

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1.) Wann hast du begonnen zu malen und welche Art des Malens bevorzugst du?

Ich habe es immer geliebt zu zeichnen und zu malen, aber erst vor ca. 20 Jahren begann ich fleissiger figurative Kunst zu erstellen.

2.) Was inspiriert dich?

Ich bin von der geheimnisvollen Atmosphäre von Bibliotheken inspiriert und von Archiven, Büchern mit ihrem unaufhörlichen Flüstern, aber auch von der imposanten Eisen-, Stahlindustrie sowie alten Rostelementen.

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(„Il club della cultura“, Öl auf Leinwand, 100x80cm, 2011, Cinzia Colantoni)

3.) Welche Technik beim Malen und welches Material bevorzugst du und weshalb?

Ich mag Acrylfarben und Öl mit Materialeffekt (wie Rost, Silber usw.). In einigen meiner Arbeiten habe ich auch elektrische Geräteteile, Fragmente von Stahlnetzen, Draht, Aluminium und Zeitungen eingearbeitet. Ich liebe es zu experimentieren.

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(„Ursus“, Mischtechnik auf Leinwand, 60x80cm, 2016, Cinzia Colantoni)

4.) Welchen Künstler liebst du am meisten? Gibt es Gemälde oder andere Formen der Kunst, die du liebst oder sogar verehrst?

Mein Favorit ist die Kunstbewegung des Impressionismus. Mein Lieblingskünstler ist Vincent van Gogh. Unter den zeitgenössischen Künstlern inspirierten mich insbesondere Massimo Giannoni und Anselm Kiefer.

5.) Kannst du erklären, was Kunst für dich und dein Leben bedeutet?

Durch die Kunst drücke ich alle diese Leidenschaften und Emotionen im täglichen Leben aus, die ich wahrnehme und empfinde.

6.) Bist du manchmal unsicher in deinem Wirken als Künstlerin? Kennst du diese Art von „künstlerischer Krise“, wenn du nicht weißt, ob du es richtig machst?

Ja sogar oft. Meist vor Beendigung der Arbeit. Ich schaue dann auf das Bild, das noch unvollständig ist und suche nach der richtigen Schwingung.

7.) Wie würdest du deinen Stil und deine Methode benennen?

Mein aktueller Stil sind gemischte Medien (Mixed Media) auf Acrylbasis und Ölspachtel unter Einbindung und Verwendung von Materialien wie Draht, Rost, Eisen usw.

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(„Ursus-Trieste“, Öl auf Leinwand, 90x90cm, 2015, Cinzia Colantoni)

8.) Was tust du, wenn du nach Inspiration für deine Werke suchst?

Ich suche Inspiration aus ganz realen Situationen.

9.) Wieviele Bilder malst du ungefähr im Jahr und wieviel Zeit brauchst du bis ein Bild wirklich vollendet ist?

Im Durchschnitt realisiere ich ca. 10 Werke pro Jahr. Die Zeit variiert je nach Inspiration und Schwierigkeitsgrad der Werke. Normalerweise ist es jedoch nicht weniger als ein Monat pro Bild.

10.)  Wann merkst oder spürst du, wann ein Bild abgeschlossen ist? Woran kannst du das selbst ausmachen?

Wenn ich glaube, ich habe meine Gefühle auf die Leinwand transferiert.

11.) Dein Leben ohne Kunst wäre….

…wie ein Tag ohne Sonnenschein: kalt und farblos.

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(„La solitudine dei libri“, Acryl auf Leinwand, 100x120cm, 2013, Cinzia Colantoni)

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(„La solitudine dei libri II“, 2014, Cinzia Colantoni)

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(„L’amica ritrovata“, Acryl auf Leinwand, 60x80cm, 2012, Cinzia Colantoni)

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(„Living in the past“, Acryl auf Leinwand, 80x100cm, 2016, Cinzia Colantoni)

(Das Video wurde von meinem Vater Wilfried Wedde erstellt)

 

 

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